Luftgewehr

Das Luftgewehrschießen

(Wettbewerb 1.10 der Sportordnung)

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Bei dem Wettbewerb Luftgewehr werden verschiedene Konstruktionen verwendet.
Zum einen den Seitenspanner, zum andern das Pressluftgewehr. Der Unterschied hierbei ist, dass beim Pressluftgewehr, die Luft zum Schießen, aus einer Pressluftkartusche kommt, die unter dem Lauf angebracht ist und mit einem Druck von ungefähr 200 bar befüllt ist. Bei einem Seitenspanner hingegen, wird der Druck dadurch aufgebaut, das man mit einem Hebelarm, Luft in einer kleinen Kammer komprimiert.

Seit einigen Jahren setzen sich bei Wettkämpfen immer mehr die Gewehre mit Pressluftkartusche durch, da sie leichter zu laden sind und der Schütze sich mehr auf die Abgabe des Schusses konzentrieren kann. Auch für die Jugendarbeit bietet sich das Pressluftgewehr an, da es erheblich weniger Kraftaufwand erfordert. Für gute Pressluftgewehre muss man allerdings auch 1.500 – 1.800 EUR aufbringen.

Vorgaben der Sportordnung:

Gewicht: max. 5,5 kg
Abzugswiderstand: frei (jedoch kein Stecher)
Gesamtlänge: max. 850 mm
Kaliber: 4,5 mm (.177)
Visierhilfen: nicht erlaubt (ab Altersklasse optische Hilfe erlaubt)
Schusszahl: 20 / 40 / 60 (je nach Wettkampf und Alter)
Anschlag: stehend

Moderne Pressluftgewehre zeichnen sich insbesondere durch die vielfachen, individuellen, Verstellmöglichkeiten der verwendeten Aluminiumschäfte aus.

Geschossen wird mit einem so genannten Diabologeschoss im Kaliber 4,5mm mit einem Geschossgewicht von ca. 0,40g bis 0,55g. Die Mündungsgeschwindigkeit beträgt ungefähr 180 m/s, dass entspricht einer Energie von 6,06 Joule. Luftgewehre mit einer kinetischen Energie unter 7,5 Joule sind von Personen über 18 Jahren frei zu kaufen. Liegt die Energie darüber, muss eine Waffenbesitzkarte beantragt werden.

Die Ausrüstung:

Jedem Schützen ist es gestattet während des Schießens, Schießkleidung zu tragen. Diese sollte zumindest aus einer Schießjacke und einem Schießhandschuh bestehen. Optional kann man noch eine spezielle Schießhose und Schießschuhe tragen, die den Stand verbessern und das Schießen erleichtern.

Die Schuhe haben dabei eine verstärkte, flache Sohle, wodurch man einen festen Stand hat und die Hose ist wie die Schießjacke aus festem Material gefertigt. Die Schuhe dürfen nur bei Gewehrschützen über den Knöcheln gehen, beim Pistolenschießen nicht. Des Weiteren darf die Schießjacke nur eine gewisse Material- stärke aufweisen. Die einzelnen Maße sind in der Sportordnung genau beschrieben.

Schießzeiten und Qualifikationen:

Beim Luftgewehrschießen gibt es verschiedene Schusszahlen, die altersabhängig sind.

In der Klasse Schüler werden 20 Schuss gemacht, die in einer Zeitspanne von 40 Minuten absolviert werden müssen.

In allen anderen Altersklassen werden 40 Schuss gemacht und dafür stehen 75 Minuten zur Verfügung. Bei elektronischen Scheiben sind jedoch anstatt der üblichen 75 Minuten, nur 60 Minuten Zeit verfügbar.

Um die höchste Meisterschaft (Deutsche Meisterschaft) zu erreichen, muss man bei der Landesmeisterschaft ein gewisses Limit (Mindestringzahl) erzielen, dass nach den Ergebnissen aller an Landesmeisterschaften teilnehmenden Schützen in Deutschland festgelegt wird.

Genauso muss man sich auch für die Landesmeisterschaft qualifizieren, allerdings wird das Limit hierbei an den Ergebnissen der Kreismeisterschaft gemessen.

Ein großer Unterschied, zwischen der Deutschen Meisterschaft und den anderen Meisterschaften ist, dass man bei der Deutschen Meisterschaft in allen Altersklassen 20 Schuss mehr machen muss, d.h., in der Jugendklasse müssen 40 Schuss gemacht werden, und in den anderen Altersklassen 60 Schuss. Hier stehen dann für 60 Schuss 115 Minuten zur Verfügung.

Ringzahlen von über 390 von 400 möglichen Ringen sind bei den Spitzenschützen dieses Wettbewerbs keine Seltenheit.

© by Matthias Blenkers 12/2008