Standerneuerung

Der Pistolenstand des Schützenclubs wird modernisiert

Bereits vor einem Jahr konnte der Vorstand nach intensiven Vorgesprächen mit Sponsoren und Freunden des Schützenclubs beschließen, dass der Pistolenstand modernisiert werden sollte. Den Vorstandsmitgliedern war auch völlig klar, dass unser kleiner Verein das Vorhaben nicht aus der Clubkasse finanzieren könnte. Es war daher notwendig, das Vorhaben auf andere Weise sicher zu finanzieren.

Was soll überhaupt gebaut werden? Erst einmal soll der Pistolenstand mit einer elektronischen Trefferanzeige, einer so genannten Meyton-Anlage ausgestattet werden. Bei den weiteren Beratungen stellte sich aber auch schnell heraus, dass unsere Duellanlage und der Sandgeschossfang ersetzt werden müssen. Die Duellanlage ist bereits recht betagt; Ersatzteile für die Steueranlage konnten zuletzt nur noch in Rumänien bezogen werden. Durch den Sand im Geschossfang wird, gerade in der trockenen Jahreszeit, immer sehr viel Staub aufgewirbelt; das würde die Sensoren einer elektronischen Trefferanzeige doch recht stark beeinflussen. Der Vorstand hat sich daher auch für einen neuen Geschossfang entschieden.

Nach Abstimmung mit unseren Sponsoren konnte die Vorplanung in Angriff genommen werden. Viele Fragen wurden erörtert. Welche Art von Geschossfang soll gebaut werden. Das Ergebnis lief auf einen Stahllamellengeschossfang hinaus. Was sagen die Schießstandrichtlinien zu unserem Vorhaben? Was müssen wir alles beim Bau eines Geschossfanges berücksichtigen? Hier kamen uns die Kenntnisse unserer Schützenbrüder Achim Knoke als Dipl. Ing. und Klaus Knoke als Schießstandsachverständiger zu Gute. Achim fertigte die ersten Zeichnungen nach den Vorgaben der Schießstandrichtlinie an. Nach vielen Messungen und Überlegungen entschieden wir uns den Pistolenstand von bisher fünf auf vier Schießstände zu verringern. Die Vorgaben der Richtlinien und der Sportordnung ließen keine andere Entscheidung zu.

Begleitend zu diesen Planungen musste auch die Finanzierung sichergestellt werden. Bekanntlich ist Geld alles, aber ohne Geld ist alles nichts. Sponsoren und Freunde des Schützenclubs erklärten sich bereit etwa 70% der Baukosten zu übernehmen. Daraufhin bewilligte der Landessportbund, auf unseren Antrag hin, auch knapp 30% der zu erwartenden Gesamtkosten als Zuschuss. Die Vorstandsmitglieder waren dankbar und erleichtert als der Bewilligungsbescheid des LSB Anfang Januar bei uns eintraf.

Was erhalten wir dafür? Einen modernen Pistolenstand mit einem neuen Geschossfang, der es ermöglicht, die anfallenden Bleigeschosse auf komfortable Weise aus dem Geschossfang zu entnehmen. Das aufwändige Aussieben des Sandes entfällt dann zukünftig. Eine elektronische Trefferauswertung für vier Pistolenstände. Über jedem Schützen befindet sich ein Monitor auf dem die erzielten Treffer angezeigt werden. Die bekannten Schießscheiben entfallen zukünftig. Wir erhalten auch eine erhebliche Attraktivitätssteigerung und hoffen auch auf eine deutliche Steigerung der Auslastung unseres Pistolenstandes. Schon in wenigen Tagen soll mit den sichtbaren Arbeiten begonnen werden, zu denen auch unsere Mitglieder von Fall zu Fall eingeladen werden. Der Vorstand rechnet mit der Fertigstellung aller geplanten Anlagen im Sommer 2016.

//Klaus Knoke – März 2016

Der Umbau hat begonnen! (12.März)

Kugelfang alt2
Hier noch einmal ein letzter Blick auf unseren alten Geschossfang. Unter der
Überdachung fand die Drehscheibenanlage und dahinter der Sandberg
Jahrzehnte lang ein trockenes Zuhause.

Duellanlage zerlegt-3_
Hier ist die alte Drehscheibenanlage schon abgeklemmt und zerlegt und wartet
nun auf den Abtransport.

Baumfällen
Im Hintergrund sieht man schon nichts mehr von der Überdachung des
Geschossfangs und die ersten Bäume sind gefällt. Mal schauen wie es weitergeht.

Auch Ostersamstag waren wir wieder aktiv (26. März)

2016-03-30_01-1_Baumfällen
Ein weiterer Baum der dicht an unserem Vereinsheim stand wurde gefällt, entastet und in brennholzgerechte  Stücke zerteilt. Weil wir ja bekannter Maßen den Pistolenstand auf eine elektronische Trefferauswertung umbauen wollen, ist es zwingend erforderlich die elektrischen und elektronischen Daten vom entfernten Geschossfang ins Vereinsheim zu übertragen. Bisher lag in einem unterirdisch verlegten Rohr die Verkabelung für die alte Drehscheibenanlage und die Beleuchtung. Die Anzahl und Art der vorhandenen Kabelverbindung kann die künftigen Anforderungen in keiner Weise erfüllen. Weitere fünf Strom und Datenkabel müssen zum künftigen Geschossfang verlegt werden.

2016-03-30_02-1_Verkabeln
Nachdem wir den Kabelstrang auf unserem Vorplatz vorkonfektioniert hatten, konnten wir diesen Kabelstrang ohne Probleme und entgegen aller vorherigen Befürchtungen leicht in den vorhandenen unterirdischen Kabelkanal einziehen. Wäre uns dies nicht gelungen, hätten wir zusätzliche Erdarbeiten für einen neuen Kabelkanal gehabt. Bei den Bodenverhältnissen keine schöne Aufgabe. Man muss auch mal Glück haben. Wer weiß was uns noch erwartet.

2016-03-30_01-1_Verkabeln
Bis zum frühen Nachmittag haben wir dann begonnen die Wand- und Deckenverkleidungen zu demontieren und die ersten Kabel im Schützenstand zu verlegen. Alles zusammen werden wir bis zur Fertigstellung wohl ca. 800m neue Kabel verlegen.

Jetzt geht’s richtig los! (18. April.)

Nachdem wir uns bisher nur mit dem Abriss des alten Geschossfangs und den vorbereitenden Arbeiten beschäftigt hatten, sollte es eigentlich am 11. April richtig losgehen, aber leider verzögerte sich der Start seitens der Baufirma. Am 18. April war es dann endlich soweit. Die Baustelle wurde eingerichtet und die exakte Position des neuen Geschossfangs eingemessen. Ab jetzt bestimmten Minibagger und Radlader das Geschehen.

2016-04-25_Bagger-02
Schnell wird allen anhand der Bodenbeschaffenheit wieder bewußt, dass an dieser Stelle früher mal ein Steinbruch war.

2016-04-25_Bagger-01
Leider erlaubt die Zugänglichkeit der Baustelle nur den Einsatz eines Minibaggers. Bei diesen Bodenverhältnissen könnte er gern etwas größer sein.  Erfreulich ist aber das Wetter. Kein Regentropfen stört die Aktivitäten. Am Ende von Tag drei ist die Bodenplatte schon fertig.

2016-04-25_Grundplatte-01
Die Zulassungsvorschriften für Schießstätten schreiben für unseren Geschossfang eine Mindeststärke der Abschlusswand von 10 cm Stahlbeton vor. Wir legen zusammen mit der ausführenden Baufirma eine Wandstärke von 15 cm fest. So bekommt man den Beton auch noch gut in die Schalung.  Zudem entscheiden wir gemeinsam, die gesamte Umhausung des Geschlossfangs in Beton auszuführen. Also wird es nach dem Abbinden der Bodenplatte mit dem Einschalen der Seitenwände weitergehen. Schauen wir mal wie es wird.

Es geht voran!

Da wir uns ja, wie schon erwähnt, für eine komplette Ausführung der Umhausung in Stahlbeton entschieden hatten, dauerte es erst einige Tage, ehe die benötigten Schalelemente bereitstanden. Diese wurden am 25. April geliefert. Eigentlich sollte der Rohbau jetzt schon stehen. Am 27. und 28. April wurde dann alles eingeschalt.

2016-04-28_Einschalen_01

2016-04-28_Einschalen_02

2016-05-02_Betonieren
Nach dem Wochenende wurde am 02. Mai betoniert. Und dann durfte der Beton erst einmal 3 Tage ruhen.

2016-05-04_Ausschalen
Mi. den 4. Mai wurde Ausgeschalt und man konnte sich erstmals mit etwas Phantasie vorstellen, wie der neue Geschossfang werden soll. Dann kam das lange Wochenende über Himmelfahrt. Vatertag lässt grüßen.

2016-05-12_Geschossfang-Dach
In der folgenden Woche haben wir am 12. Und 13. Mai die Dachbalken gestrichen und montiert. Da für die Folgezeit Regen angesagt war, sind dann auch noch gleich die geplanten Trapezbleche beschafft und das Dach fertiggestellt worden.

2016-05-12_Hochblende
Parallel zum Dach wurde auch die Hochblende neu mit Holz verkleidet. Hierfür konnten wir das Holz von unserem alten Geschossfangdach verwerten.

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Für Samstag den 14. Mai war wieder ein größerer Arbeitseinsatz geplant. Zuerst wurde ein bereitgestellter Müllcontainer mit dem Bauschutt und den bei einer Aufräumaktion gesammelten Gegenständen befüllt. Danach sollte mit der Montage der bereits Ende April gelieferten Stahlgeschossfänge begonnen werden. Da die Geschossfänge zusammen 1050kg wiegen, hatten wir schon einige Bedenken, wie die Montage ablaufen würde. Um wenigstens den Transport von unserem Vorplatz zur gut 50m entfernten Baustelle zu vereinfachen, wurden die schweren Stahlteile auf einen PKW Anhänger verladen und mit einem Rasentraktor zur Baustelle gefahren. 2 Fuhren und alles war vor Ort.

2016-05-14_Geschossfang-Montage_07
Nun waren ganze Kerle gefragt. Die Geschossfänge müssen 80cm hochgehoben und dann an der Wand befestigt werden. Ohne den vorher an der Wand verschraubten Stahlwinkel, auf dem die Kästen aufgesetzt wurden, wäre ein genaues Positionieren kaum möglich gewesen. Zumal zwischen Wand und den Stahlkästen noch eine 1 cm dicke Gummimatte verbaut werden sollte. Dank des Auflagewinkels alles kein Problem.

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Es ist geschafft. Schneller als gedacht sind die Geschossfänge an ihrem Platz. Alles passt genau so, wie es im Vorfeld geplant war.

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Ganz nebenbei ist auch schon das Holz an der Hochblende das erste Mal mit Holzschutzfarbe gestrichen.

2016-05-14_Geschossfang-Montage_13
Hier das Ergebnis der letzten Wochen im Ganzen betrachtet. Bis die nächsten Bauelemente geliefert werden, können wir uns nun erst mal wieder der Elektrik zuwenden. Ein Haufen Arbeit, von der am Ende kaum etwas zu sehen ist, aber ohne die die gesamte Anlage nachher nicht funktioniert.

 

Samstag 04. Juni

Heute war wieder ein Arbeitstag der uns ein gutes Stück vorangebracht hat. Zu sechst haben wir einiges montieren können was im Laufe der Woche angeliefert bzw. abgeholt wurde. Am Dienstag haben wir 2 Rolltor geliefert bekommen und am Freitag konnten wir die Prallschutzbleche, Träger, Halter und Konsolen abholen. Freitag Vormittag hatten wir bereits ein Rolltor soweit montiert, dass nach dem Verkabeln nur noch der Rollladenpanzer angebracht und der Kasten geschlossen werden muss. Das gleiche haben wir heute früh mit dem Zweiten Rolltor gemacht. Danach wurde es dann etwas schwerer. 9 Prallbleche zwischen 25 und 40 kg wollten wir anbringen. Obwohl das Gewicht, die Unhandlichkeit und der vom Regen aufgeweichte Boden die Arbeiten hemmten So hatten wir zur Mittagspause schon mehr als die Hälfte angebracht.

2016-06-04_Prallbleche

Das lag sicherlich auch daran, dass die Bleche im Laserzuschnitt sehr genau gefertigt worden waren. Als nach der Mittagspause dann auch die letzten Bleche montiert waren, wollten wir eigentlich Feierabend machen. Jeden hatte auch daheim noch etwas zu tun. Doch einmal im Gang und das Werkzeug an der Baustelle, wollten wir nur noch schnell die Konsolen für den Stahlträger festschrauben. ‚Ach kommt, die Konsolen für den Lampenträger schaffen wir auch noch‘. Gesagt getan, auch diese Konsolen sollten es noch werden. Zu guter Letzt war dann noch der Stahlträger an Ort und Stelle verbracht und auch der Lampenträger lag an seinem Platz. 16:30 Uhr hatten dann endgültig alle die Nase voll und suchten das Weite.

 

Das ersehnte Ende rückt langsam näher!

Nachdem wir uns in den ersten Juniwochen hauptsächlich an der Elektrik und den Rolltoren vergnügt hatten, wurden am 22. Juni die lang ersehnten Meyton Anlagen geliefert. Für Samstag den 25. Juni hatten wir uns daraufhin verabredet, die Anlagen einzubauen. Doch als der Freitag davor quasi ins Wasser fiel, wurde der Einsatz erst mal abgeblasen. Als sich dann am Samstag dennoch 4 Mitglieder am Schießstand eingefunden hatten, wurde nach kurzem Zögern beschlossen, zumindest mal einen Messrahmenhalter einzubauen. Ich war auch sehr neugierig zu sehen, ob die in der Theorie erarbeitete Konstruktion auch in der Realität funktioniert. Einmal angefangen gab es kein Halten mehr. Da wir ja glücklicherweise ein Dach über dem Kopf hatten, konnten uns auch die wolkenbruchartigen Regenschauer nichts abhalten. Die Montage verlief dann doch recht gut.
Nur das Gewicht der Rahmen bescherte uns einige Mühen. Mit zwei angeschraubten Halteblechen wog der erste Rahmen gut 65 kg. Die folgenden Rahmen waren dann 10 kg leichter, da nur jeweils ein weiteres Haltblech angeschraubt wurde. Aber 55 kg können auch ganz schön schwer werden, wenn die Schrauben, mit denen die Rahmen zusammengeschraubt werden sollten, nicht gleich fassen wollten. Aber nach anfänglichen Schwierigkeiten, lies sich dann Rahmen für Rahmen immer leichter anbringen. Wenn man erst mal weiß wie es geht, ist alles einfach. Hätten wir doch bloß gleich mit dem Letzten Rahmen begonnen.

Messrahmen_2

Fortsetzung folgt!
//Achim Knoke